Ronchamp (Frankreich)
Lehrgang mit Shihan Bruno MauleVom Freitag, den
17.11.2006, bis Sonntag, den 19.11.2006, fand wieder ein
Seminar mit Shihan Bruno Maule (6. Dan) in Ronchamp
statt. Außer den Gastgebern aus Ronchamp, Belfort und Beaucourt,
waren Aikidoka aus Novara, Balerna, London, Stuttgart,
Wiesbaden und Owingen gekommen. In einer sehr
freundschaftlichen Atmosphäre unterrichtete Shihan Bruno Maule
in seiner gewohnt präzisen Art. Er erklärte den Inhalt vieler
Techniken aus ihrem Ursprung, der manchmal gar nicht zu der
eleganten und friedvollen Kunst des Aikido zu passen scheint,
der aber einen wichtigen Beitrag zu ihrem Verständnis leistet.
Am Samstagnachmittag gab es wieder ein Kindertraining, in dem
er Vorübungen zum Kumite trainieren ließ. Wenn ein
Kindertraining nicht nur aus Spielen bestehen soll, sondern die
Teilnehmer zu einem ernsthaften Arbeiten mit den Prinzipien des
Aikido führen soll, stellt dies an die Lehrer sehr hohe
Anforderungen.

Im Lehrertraining erläuterte Bruno Maule Teile des Konzepts
von Kumite. Für Kinder ist eine solche Art von Wettbewerb
geplant, bei dem sie in Gruppen harmonische Abläufe von
Bewegungen mit dem BO zeigen sollen. Dabei wird sehr genau
darauf geachtet, dass kein Konkurrenzdenken entsteht, sondern
die Freude an den Bewegungen durch gemeinsames Ausführen an die
Präzision heranführt.
Für die Erwachsenen zeigte er ein Pendant dazu: Bewegungen und
Techniken mit dem Schwert, die eine Person zeigt und die
gleichzeitig auch von der zweiten Person ausgeführt werden.
Auch hier ist das Ziel der harmonische Ablauf des Ganzen.
Da die verschiedenen Nationalitäten mal wieder vorzugsweise in
Grüppchen trainierten, kam die Aufforderung, die Partner zu
wechseln nicht unerwartet. Danach belebte sich das Geschehen
auf der Matte erfreulicherweise nochmals. Es ist absolut
wichtig, dass jeder mit jedem trainiert. Nur so lässt sich die
Erfahrung erweitern und die Techniken werden nicht einseitig.
Bei dieser Gelegenheit wies er auch daraufhin, dass es nicht
dass primäre Ziel des Solidaritätsfonds Aikido sei, einfach nur
Seminare preisgünstig anzubieten. Der eigentliche Sinn ist
natürlich, den Teilnehmern den Besuch von möglichst vielen
Seminaren zu ermöglichen. Dadurch treffen sie sich immer wieder
auf Lehrgängen und können sich im Aikido weiterentwickeln. Es
sei ganz offensichtlich, dass in den letzten Jahren, seit es
den Fonds gibt, das Niveau in den beteiligten Dojos deutlich
gestiegen sei.
Zwischendurch holte Bruno Maule ein Mal die ältesten Teilnehmer am Seminar
nach vorne, darunter Mme Monique Pozzi, Mr Gérard Roger, Mr
Pierre Cornu und Mr David Carter, die sich alle schon im
teilweise weit fortgeschrittenen Rentenalter befinden.
Diese Aikidoka betreiben schon seit vielen Jahren unsere
Kampkunst und können daher ihre Erfahrungen an die Jüngeren
weitergeben. Der Körper werde zwar älter, aber der Geist bleibe
frisch und beweglich. Bruno Maule erläuterte, dass diese
Teilnehmer es sich natürlich aussuchen dürfen, ob sie jedes Mal
auch als Uke fungieren möchten oder auch einmal ein Pause im
Training machen möchten.
Nach dem Training am Samstagabend gab es zwei Prüfungen. Die
Prüfungskommission bestand aus Bruno Maule und den beiden 3.
Dan Bernhard Boll vom Dojo Owingen und Michael Kunst vom Dojo
Stuttgart. Zuerst legte Frank Apel aus Stuttgart Shoden ab,
dann trat Sven Millei aus Wiesbaden zum Nidan an. Bruno Maule
ließ Sven das gesamte Programm des ersten Dan wiederholen, ehe
er die Techniken des zweiten Dan zeigen durfte. Wenn die
Ausführung gut ist, wird wenig Energie verschwendet und es ist
konditionell kein Problem für den Prüfling. So bestand auch
Sven seine Prüfung, die fast 100 Techniken, 4 Kata und ein
Randori umfasste und etwas mehr als 30 Minuten dauerte.
Am Sonntag nach dem Essen ging es dann wieder heimwärts. Die
Gastfreundschaft der französischen Aikidoka, die
gute Atmosphäre auf der Matte, die Möglichkeit mit den Freunden
aus den verschiedenen Dojos zu üben und die französische
Gastronomie hatten dafür gesorgt, dass die Teilnehmer
zufriedene und entspannte Gesichter zeigten. Nach einem solchen
"Wochenendurlaub mit Aikido" konnte man erholt und mit neuen
Eindrücken in den Alltag zurückkehren. |